Vertiefungseinsatz in der Pflegeausbildung

Rechtliche Grundlage

  • PflAPrV § 7 Abs. 3
  • Dauer: mindestens 500 Stunden
  • Muss in dem Bereich erfolgen, in dem die Auszubildenden später arbeiten möchten (z. B. Akutpflege, Langzeitpflege, ambulante Pflege).
  • Ziel: Selbstständiges, professionelles Handeln in der gewählten Versorgungssituation zeigen.

Zielsetzung

Die Auszubildenden sollen …

  1. den gesamten Pflegeprozess eigenverantwortlich steuern (Assessment → Planung → Durchführung → Evaluation).
  2. Eigenständigkeit und Verantwortung in der Patient:innenversorgung übernehmen.
  3. Pflege wissenschaftlich fundiert begründen (Evidence Based Nursing).
  4. sich auf die Abschlussprüfung vorbereiten (praktischer Teil).
  5. sich mit der beruflichen Rolle als Pflegefachperson identifizieren.

Einsatzorte

  • Entsprechend der geplanten beruflichen Ausrichtung:
    • Akutpflege (Krankenhausstation, Intensivstation, Notaufnahme)
    • Langzeitpflege (stationäre Einrichtungen, besondere Wohnformen)
    • Ambulante Pflege
    • Pädiatrie oder Psychiatrie (je nach Schwerpunkt)

Typische Tätigkeiten

  • Pflegeplanung für mehrere Patient:innen selbstständig erstellen und evaluieren
  • Verantwortung für Schichtorganisation übernehmen (Übergaben, Aufgabenverteilung unter Anleitung)
  • Durchführung von komplexen Pflegesituationen (z. B. prä-/postoperative Pflege, Pflege bei Multimorbidität, Krisensituationen)
  • Kommunikation und Beratung von Patient:innen und Angehörigen
  • Anleitung von jüngeren Auszubildenden und Praktikant:innen
  • Mitwirken an Qualitätssicherungsmaßnahmen (z. B. Expertenstandards)

Förderbare Kompetenzen (nach § 5 PflAPrV)

  • 1.1 – 1.4: Professionelle Identität entwickeln und Verantwortung übernehmen
  • 2.1 – 2.9: Pflegeprozess in voller Komplexität gestalten
  • 3.1 – 3.4: Patient:innen beraten, schulen, anleiten
  • 4.1 – 4.3: Organisation, Teamleitung, interdisziplinäre Zusammenarbeit
  • 5.1 – 5.9: Rechtliche, ethische, qualitätssichernde Aspekte beachten

Didaktische Schwerpunkte für Praxisanleiter:innen

  • Begleitung auf Augenhöhe: Lernende als (fast) Kolleg:innen behandeln
  • Komplexe Anleitungssituationen schaffen: z. B. Übernahme einer Schicht oder Versorgung von mehreren komplexen Patient:innen
  • Prüfungsvorbereitung: Training von Anleitungs- und Prüfungssituationen (praktische Examensprüfung simulieren)
  • Reflexion vertiefen: Ethik, Verantwortung, berufliches Selbstverständnis thematisieren
  • Feedback geben: gezielt auf Prüfungsrelevanz und Berufseinstieg ausrichten


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