Schmerzerfassung / NRS Skala

Schmerzerfassung / NRS Skala

Schmerzerfassung mit der NRS Skala

  • Die Schmerzerfassung erfolgt mithilfe der numerischen Ratingskala (NRS Skala), die eine einfache und effektive Methode darstellt, um die Schmerzintensität bei Patienten zu beurteilen. Dabei wird der Schmerz auf einer Skala von 0 bis 10 eingestuft, wobei 0 für keinen Schmerz und 10 für den stärkstmöglichen vorstellbaren Schmerz steht. Diese Methode ermöglicht eine schnelle und präzise Einschätzung des Schmerzlevels, was sowohl für die Diagnostik als auch für die Verlaufskontrolle von großer Bedeutung ist. Die NRS Skala wird häufig in klinischen Situationen verwendet, da sie leicht verständlich ist und von Patienten aller Altersgruppen angewendet werden kann.

Systematische Schmerzerfassung & subjektives Wohlbefinden
Pflegeschulung – Ein Überblick mit Praxisbezug

Ziel & Relevanz

  • Warum ist Schmerzerfassung wichtig?
  • Patientensicherheit, Lebensqualität, rechtliche Absicherung
  • Verantwortung der Pflege im Prozess

Lernziele
Am Ende dieser Einheit kannst du:

  • Schmerzen systematisch erheben
  • passende Skalen anwenden
  • geeignete Maßnahmen einleiten
  • Wirkung beurteilen & rechtssicher dokumentieren

Pflegeprozess & Schmerz

  • Informationssammlung → Pflegediagnose → Planung → Durchführung → Evaluation
  • Fokus: Schmerz, Wohlbefinden, Funktionseinschränkung

PQRSTU-Schema
P – Provokation/Palliation
Q – Qualität
R – Region/Radiation
S – Stärke
T – Timing
U – Understanding/Ziel des Patienten
→ Mit Beispiel-Fragen!

Schmerzskalen im Überblick
| Skala | Zielgruppe | Einsatz |
| NRS/VAS/VRS | Erwachsene | Selbstangabe |
| FACES | Kinder, Sprachbarriere | Bildskala |
| PAINAD | Menschen mit Demenz | Beobachtungsskala |
Merksatz: Richtige Skala für die richtige Person!

Wohlbefinden erfassen

  • Schlaf, Appetit, Stimmung, Teilhabe
  • Skala 0–10
  • Ergänzend zur Schmerzanamnese

Red Flags (Gefahr im Verzug!)

  • Akuter Brustschmerz
  • Neurologischer Ausfall
  • Akutes Abdomen
  • SpO₂ < 90 % trotz Maßnahmen
    → Sofort ärztlich informieren!

Maßnahmen: Nicht-medikamentös

  • Lagerung
  • Wärme/Kälte (Indikationen beachten!)
  • Atem-/Entspannungsübungen
  • Ablenkung, Flüssigkeit, Mobilisation

Maßnahmen: Medikamentös

  • WHO-Stufenschema
  • Bedarfsmedikation
  • Co-Analgetika (z. B. neuropathischer Schmerz)
  • Begleitmedikation (z. B. Laxanzien bei Opioiden)

Reevaluation

  • i.v./s.c.: 15–30 min
  • p.o.: 30–60 min
  • Nicht-medikamentös: 15–30 min
    Dokumentieren: Skala + Wert, Wirkung, Nebenwirkungen, Ziel erreicht?

Dokumentation (rechtssicher!)

  • Objektiv, zeitnah, vollständig
  • Skala benennen
    Beispiel (SBAR):
    S: „NRS 7/10, dumpf“
    B: „Seit 2 h“
    A: „Lagerung, Metamizol 1 g i.v.“
    R: „Ziel ≤ 3, Reevaluation in 30 Min“

Besondere Situationen

  • Demenz: PAINAD, Angehörige einbeziehen
  • Kinder: kindgerechte Sprache, FACES
  • Palliativ: PCA, Ziel Lebensqualität, Durchbruchschmerz beachten

Checkliste (zusammengefasst)
Patient aufgeklärt
Skala angewandt
PQRSTU erhoben
Maßnahmen umgesetzt
Reevaluation erfolgt
Red Flags ausgeschlossen
Dokumentation vollständig

FOLIE 15 – Fragen & Austausch

  • Gibt es Fragen?
  • Welche Situationen waren in deiner Praxis besonders herausfordernd?


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