Sich im Einsatzbereich des Trägers orientieren
Arbeitsanleitung: Sich im Einsatzbereich des Trägers orientieren
Thema:
Sich im Einsatzbereich des Trägers orientieren
Einsatzbereich:
Orientierungseinsatz – 1. Ausbildungsdrittel
(alle Versorgungsbereiche: Akutpflege, Langzeitpflege, ambulanter Bereich)
Zeitbedarf:
Ca. 60 Minuten
Lernvoraussetzungen:
- Grundkenntnisse über Aufbau einer Pflegeeinrichtung
- Bereitschaft zur Beobachtung und Kommunikation
- Fähigkeit, sich in neue Umgebungen einzuarbeiten
1. Ziel der Arbeitsanleitung
Die Auszubildenden sollen sich im Einsatzbereich orientieren und die Strukturen, Räumlichkeiten und Abläufe der Einrichtung kennenlernen.
Sie verstehen, wie Pflege und Organisation zusammenwirken, und erkennen die Bedeutung der Teamarbeit für den Pflegeprozess.
Kompetenzniveau: Angeleitetes Handeln
2. Zuordnung der Kompetenzschwerpunkte nach § 5 PflAPrV
| Kompetenzbereich | Kompetenzschwerpunkt | Bezug zur Arbeitsanleitung |
| 1. Pflegeprozesse gestalten | 1.1 Pflegebedarf erfassen | Orientierung in der Umgebung als Grundlage der Pflegeplanung |
| 2. Kommunikation und Beratung | 2.1 Kommunikation situationsgerecht gestalten | Austausch mit Mitarbeitenden, Informationsgewinn |
| 3. Zusammenarbeit im interprofessionellen Team | 3.1 Pflege im interdisziplinären Kontext gestalten | Kennenlernen von Aufgaben, Funktionen und Zuständigkeiten |
| 4. Wissenschaft und Ethik | 4.1 Wissenschaftlich begründetes Handeln | Systematisches Erkunden der Strukturen |
| 5. Qualität und Entwicklung | 5.1 Qualität sichern und entwickeln | Orientierung als Voraussetzung für sicheres Arbeiten |
3. Rahmenbedingungen
| Aspekt | Beschreibung |
| Einsatzort | Station / Wohnbereich / Einsatzort des Trägers |
| Materialien | Einrichtungsplan, Organigramm, Hausordnung, Dienst- und Hygienepläne |
| Ressourcen | Praxisanleitung oder erfahrene Pflegefachperson begleitet die Orientierung |
| Hinweise | Datenschutz und Schweigepflicht beachten; Fragen aktiv stellen |
4. Aufgabenstellung
Erkunden Sie Ihren Einsatzbereich, lernen Sie die räumliche und organisatorische Struktur kennen und dokumentieren Sie Ihre Beobachtungen.
Notieren Sie, wer Ihre Ansprechpersonen sind, wie Abläufe organisiert sind und wie Sie sich sicher und selbstständig im Bereich bewegen können.
5. Vorgehensweise / Durchführung
| Schritt | Handlung | Begründung |
| 1 | Rundgang durch alle relevanten Bereiche (Pflegezimmer, Aufenthaltsräume, Materialräume, Dienstzimmer) | Orientierung im räumlichen Umfeld |
| 2 | Vorstellung im Team, Kennenlernen der Ansprechpersonen | Förderung von Kommunikation und Integration |
| 3 | Einblick in Tagesstruktur und Arbeitsabläufe (Übergaben, Mahlzeiten, Pflegezeiten) | Verständnis für Pflegeorganisation |
| 4 | Einweisung in Notrufsysteme, Hygienezonen, Arbeitsschutz | Sicherheit und Hygienebewusstsein |
| 5 | Nachbesprechung mit Praxisanleitung, Klärung offener Fragen | Reflexion und Sicherung des Lernerfolgs |
6. Reflexionsfragen
| Frage | Ziel der Reflexion |
| 1. Welche Bereiche habe ich kennengelernt? | Orientierung und Strukturverständnis |
| 2. Wer sind meine wichtigsten Ansprechpersonen? | Erkennen von Kommunikationswegen |
| 3. Wie ist der Ablauf im Team organisiert? | Verständnis für die Arbeitsstruktur |
| 4. Wo fühle ich mich sicher, wo brauche ich noch Unterstützung? | Selbstreflexion des Lernstandes |
| 5. Warum ist es wichtig, sich im Einsatzbereich gut auszukennen? | Zusammenhang zwischen Organisation und Patientensicherheit |
7. Wissensfragen mit Antworten
| Frage | Antwort (Kurzfassung für Lernende) |
| 1. Warum ist eine gute Orientierung in der Einrichtung wichtig? | Sie ermöglicht selbstständiges, sicheres und effizientes Arbeiten. |
| 2. Was ist ein Organigramm? | Eine grafische Darstellung der Aufbauorganisation einer Einrichtung. |
| 3. Wer trägt die Verantwortung für die Organisation auf Station? | Die Stations- oder Bereichsleitung. |
| 4. Warum sind Kommunikationswege in der Pflege wichtig? | Sie sichern Informationsfluss, Zusammenarbeit und Patientensicherheit. |
| 5. Was sollte bei der Orientierung zum Thema Hygiene beachtet werden? | Händehygiene, Zoneneinteilung, Umgang mit Schutzkleidung und Abfällen. |
8. Förderbare Kompetenzen
| Kompetenzbereich | Beispielhafte Förderung |
| Fachkompetenz | Erkennen von Strukturen und Abläufen |
| Methodenkompetenz | Systematische Erkundung und Dokumentation |
| Sozialkompetenz | Teamfähigkeit, Kommunikationsverhalten |
| Selbstkompetenz | Eigenständige Orientierung, Verantwortungsbewusstsein |
9. Bewertung durch Praxisanleitung
| Kriterium | Beobachtung / Einschätzung |
| Orientierung im Einsatzbereich | ☐ sicher ☐ teilweise ☐ unsicher |
| Kommunikation im Team | ☐ aktiv ☐ zurückhaltend ☐ unsicher |
| Einhaltung von Hygiene- und Sicherheitsregeln | ☐ sicher ☐ teilweise ☐ unsicher |
| Eigeninitiative | ☐ ausgeprägt ☐ ausreichend ☐ verbesserungsfähig |
| Reflexionsfähigkeit | ☐ gut ☐ teilweise ☐ gering |
10. Merke
Sich im Einsatzbereich zu orientieren, ist der erste Schritt zu professionellem Handeln.
Nur wer Abläufe, Räume und Zuständigkeiten kennt, kann sicher, verantwortungsvoll und teamorientiert pflegen.
- Sich im Einsatzbereich des Trägers orientieren
- Organisationsstruktur auf der Station erkunden
- Betten beziehen
- Hygiene auf der Station
- Blutdruck messen / Einschätzung
- Atmung beobachten
- Bewegung fördern
- Essen anreichen / beobachten
- Aufnahmegespräch beobachten (Stammblatt)
- Patienten bei Ausscheidungen unterstützen
- Zu pflegenden Menschen beobachten (Pflegeprozess)
- Grundkörperpflege beobachten und unterstützen
- Prophylaxen durchführen und beobachten
- Sturzrisiko erfassen
- Erste Schmerzerfassung
- Informationsweitergabe ans pflegerische Team
- Pflegedokumentation analysieren
- Erste Diagnostikverfahren beobachten

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