Grundlagen der subkutanen Injektion (s.c.) — ideal zur Einführung für Auszubildende im 1. Ausbildungsjahr:


1. Definition

Die subkutane Injektion (s.c.) ist das Einbringen eines sterilen Arzneimittels mit einer Spritze in das subkutane Fettgewebe (Unterhautgewebe).
Ziel: eine langsame und gleichmäßige Resorption (Aufnahme) des Medikaments in den Blutkreislauf.


2. Geeignete Injektionsstellen

Typische Körperstellen mit gut ausgeprägtem Fettgewebe:

  • Bauch (etwa 2 cm neben dem Nabel, seitlich)
  • Oberschenkel (vordere oder seitliche Fläche)
  • Oberarm (hintere Außenseite)
  • Gesäß (oberer äußeren Quadrant)

👉 Wechselnde Einstichstellen vermeiden Hautreizungen und Lipodystrophien (Verhärtungen).


3. Materialien

  • Händedesinfektionsmittel
  • Unsterile Handschuhe (je nach Einrichtung)
  • Medikament (fertig aufgezogen oder Ampulle)
  • Sterile Spritze und Kanüle (z. B. 25–27 G, Länge 12–16 mm)
  • Hautdesinfektionsmittel
  • Tupfer
  • ggf. Pflaster
  • Abwurfbehälter für Kanülen

4. Vorbereitung

  1. Händedesinfektion
  2. Arzneimittel überprüfen nach der 6-R-Regel:
    • richtiger Patient
    • richtiges Medikament
    • richtige Dosierung
    • richtige Applikationsform
    • richtiger Zeitpunkt
    • richtige Dokumentation
  3. Medikament aufziehen (falls nicht Fertigspritze)
  4. Injektionsstelle auswählen und desinfizieren

5. Durchführung (Schritt für Schritt)

  1. Patient informieren, bequeme Position einnehmen lassen
  2. Injektionsstelle desinfizieren, abtrocknen lassen
  3. Hautfalte bilden (Daumen und Zeigefinger)
  4. Kanüle im 45–90°-Winkel in die Hautfalte einführen
    • 45° bei sehr schlanken Patienten
    • 90° bei stärkerem subkutanem Gewebe
  5. Medikament langsam injizieren
  6. Kanüle zügig herausziehen, Tupfer auflegen (nicht reiben)
  7. Material fachgerecht entsorgen
  8. Dokumentation durchführen

6. Komplikationen

  • Hämatome (blaue Flecken)
  • Schmerzen oder Brennen an der Einstichstelle
  • Lipohypertrophie / -atrophie bei häufiger Anwendung
  • Infektionen durch unsaubere Technik
  • versehentliche intramuskuläre Injektion

7. Pflegefachliche Aspekte

  • Haut regelmäßig auf Rötungen, Verhärtungen, Schwellungen kontrollieren
  • Injektionsstellen rotierend wechseln (Bauch ↔ Oberschenkel etc.)
  • Patient*innen über Selbstinjektion anleiten (z. B. Insulin-Pen)
  • Beobachten und dokumentieren: Reaktionen, Wirkeintritt, Nebenwirkungen

8. Besonderheiten bei bestimmten Medikamenten

  • Insulin: Spritzstellen regelmäßig wechseln, keine Massage
  • Heparin: Nicht reiben nach der Injektion (vermeidet Hämatome)
  • Biologika / Impfstoffe: Herstellerangaben beachten

9. Dokumentation

Beobachtungen / Auffälligkeiten Subkutane Injektion

Datum, Uhrzeit

Medikament, Dosierung, Charge

Injektionsstelle

Name der durchführenden Pflegeperson


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