Vitalzeichen

Vitalzeichen

Vitalzeichen

Inhalte – Grundlagen Vitalzeichenkontrolle

1. Definition Vitalzeichen

Vitalzeichen sind körperliche Basisfunktionen, die Aufschluss über den aktuellen Gesundheitszustand und die Lebensfunktionen eines Menschen geben.
Dazu zählen:

  • Puls – zeigt die Herzfrequenz und den Kreislaufstatus an
  • Blutdruck – misst die Druckverhältnisse im arteriellen Gefäßsystem
  • Atmung – Frequenz, Rhythmus, Tiefe und Qualität der Atmung
  • Temperatur – spiegelt den Wärmehaushalt wider
  • Blutzucker (BZ) – gibt den aktuellen Glukosespiegel im Blut an, v. a. relevant bei Diabetiker:innen
  • Sauerstoffsättigung (SpO₂) – zeigt die Versorgung des Blutes mit Sauerstoff, wichtig bei Atemwegserkrankungen und im Intensivbereich

2. Normwerte (altersabhängig)

VitalzeichenErwachseneKinder (ca. 6–12 J.)Ältere Menschen
Puls60–80/min75–115/minoft leicht höher, aber meist < 100/min
Blutdruckca. 120/80 mmHg (Normal)ca. 100/60 mmHghäufig höher (z. B. 140/90 mmHg als normal anzusehen)
Atmung12–18/min18–25/mintendenziell flacher, oft etwas beschleunigt
Temperatur36,3–37,4 °C36,5–37,5 °CThermoregulation vermindert, oft niedrigere Temperaturen
Blutzucker (nüchtern)70–100 mg/dl (3,9–5,6 mmol/l)ähnlich ErwachseneGefahr für Hypoglykämien steigt
Sauerstoffsättigung (SpO₂)95–100 %≥ 95 %> 92 % als Zielwert ausreichend

3. Abweichungen & Bedeutung

  • Blutdruck:
    • Hypotonie: < 100/60 mmHg → Schwindel, Kollapsgefahr
    • Hypertonie: > 140/90 mmHg → Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall
  • Puls:
    • Tachykardie: > 100/min → Hinweis auf Fieber, Schmerzen, Herzrhythmusstörungen
    • Bradykardie: < 60/min → bei Sportlern physiologisch, sonst Zeichen von Herzproblemen
  • Atmung:
    • Tachypnoe: > 20/min → Fieber, Angst, Lungenerkrankungen
    • Bradypnoe: < 10/min → Medikamentenwirkung (Opiate), neurologische Störungen
    • Dyspnoe: subjektive Atemnot → akut lebensbedrohlich
  • Temperatur:
    • Fieber: > 38 °C → Infektion, Entzündung
    • Hypothermie: < 35 °C → Unterkühlung, Schock
    • Hyperthermie: > 40 °C → z. B. Hitzschlag, medikamenteninduziert
  • Blutzucker:
    • Hypoglykämie: < 60 mg/dl → Schweiß, Zittern, Bewusstseinsstörungen
    • Hyperglykämie: > 200 mg/dl → Durst, Polyurie, Ketoazidosegefahr
  • Sauerstoffsättigung (SpO₂):
    • < 90 % → Hypoxämie, sofortiges Handeln nötig
    • < 80 % → akute Lebensgefahr

4. Hygiene & Patientensicherheit

  • Händedesinfektion:
    Vor und nach jeder Messung, um Kreuzkontaminationen zu vermeiden.
  • Gerätehandling:
    • Blutdruckmanschette: richtige Größe, Platzierung auf Herzhöhe
    • Thermometer: hygienisch aufbereitet, Einmalhüllen verwenden
    • Pulsoxymeter: Finger sauber, kein Nagellack (kann Messung verfälschen)
    • BZ-Gerät: Lanzetten nur einmal verwenden, Hygienerichtlinien beachten
  • Patientenaufklärung:
    • Jede Maßnahme kurz erklären („Ich messe jetzt Ihren Blutdruck, das kann etwas drücken.“)
    • Patient:innen einbeziehen, um Ängste zu reduzieren und Kooperation zu fördern

Quiz: Vitalzeichenkontrolle

Quiz: Vitalzeichenkontrolle

Mehrfachauswahl möglich. Kreuzen Sie die zutreffenden Antworten an.

  1. Welche der folgenden gehören zu den klassischen Vitalzeichen?

  2. Wie lauten die Normwerte für Erwachsene?

  3. Was versteht man unter Tachykardie und Bradykardie?


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